Die Geschichte der Musikkapelle Stetten


86 Jahre Musikkapelle Stetten
- von den Anfängen bis heute (1924-2011)

1924 1925 1927 1929 1930 1934 1946 1949 1950 1952 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1964 1966 1970 1971 1974 1975 1976 1978 1982 1985 1988 1989 1992 1993 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Gründung
Das heute noch existierende Schriftführerbuch belegt, dass sich am 11. Juni 1924, 18 junge Männer zusammengetan haben und in Stetten eine Blaskapelle gründen wollten. Sie trafen sich bei Konrad Buschle, der als Kopf des "Unternehmens" gelten kann und riefen einen Verein ins Leben, der sich heute "Musikkapelle Stetten" nennt.

In noch viel stärkerem Maße als heute, tauchte sofort das Problem der Beschaffung von Instrumenten auf. Es wurde beschlossen, beim Gemeinderat eine Eingabe auf einen Kredit von 600,- DM (ca. 300 Euro) zu machen. Das örtliche Gremium jedoch teilte den Musikern mit, dass momentan für dieses Anliegen keine Gelder bereitgestellt werden könnten. Dieser Beschluss war für die 18 Idealisten zwar eine herbe Enttäuschung, brachte sie aber von ihrem Vorhaben keineswegs ab. Jeder von ihnen kaufte sich einen Notenständer und hinterlegte 20,- DM (ca. 10 Euro) in der Vereinskasse. Des weiteren wurde der Beschluss gefasst pro Woche 50 Pfennig (ca. 25 Cent) in die Kasse einzubezahlen, so dass die Gruppe bald in der Lage war, einige Instrumente kaufen zu können.

Gleich danach wurde der Probenbetrieb aufgenommen. Die 1. Probe fand am 4. August 1924 im gemeindeeigenen Backhaus statt. Drei bis vier Mal pro Woche trafen sich die Männer zum Musizieren. Noten mussten vorläufig keine gekauft werden, da der zum Dirigent avancierte Konrad Buschle noch welche besaß. Das erste Stück, das diese Musikkapelle Stetten einübte, waren das " Te Deum", "Großer Gott wir loben dich" und ein Prozessionsmarsch. Von Anfang an war ein Probeneifer festzustellen, der sich auch bald auf die Aktivitäten bezüglich der Darstellung nach außen positiv auswirkte. Noch im selben Jahr veranstaltete der Verein eine öffentliche Weihnachtsfeier, bei der die Gäste ein Eintrittsgeld von 40 Pfennig (ca. 20 Cent) zu entrichten hatten.
Im Februar des Jahres 1925 spielten die Männer erstmals bei einer Hochzeitsfeier; die Hochzeitsgäste mussten für jede gespielte Tanztour 10 Pfennig (ca. 5 Cent) berappen, was den Kassenstand der Musiker sehr erhöhte. Noch vor dem Sommerfest konnte Dirigent Konrad Buschle nach Ulm fahren und den dort sehnlichst erwünschten Bass erwerben. Der Kaufpreis betrug 350,- DM (ca. 175 Euro). Auch das schon erwähnte Sommerfest wurde ein Erfolg, ebenso wie ein im Oktober veranstalteter Hammellauf. Und so konnte der Instrumentenbestand immer mehr erweitert werden und innerhalb von nur eineinhalb Jahren war wie aus dem Nichts ein kleines Orchester entstanden.

Die Anfänge
1924 - 1930
Der eigentliche Anfang war gemacht und in den folgenden Jahren war der Aufstieg der Musikkapelle entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Aus der Vielzahl von Veranstaltungen sollen drei Höhepunkte hier vorgestellt werden, die den musikalischen Stand der Kapelle während der 20er Jahre verdeutlichen. Es handelt sich bei allen drei Beispielen um die Teilnahme an Wertungsspielen.

Am 5. Juni des Jahres 1927 fand in der nahen Nachbarschaft in Neuhausen ob Eck das Verbandsmusikfest statt. Die Musikkameraden entschlossen sich zur Teilnahme am dortigen Wertungsspiel, damals noch als "Preisspiel" betitelt. Dabei gelang der erst drei Jahre alten Kapelle mit dem Musikstück "Intermezzo sinfonico" von P. Mascagni in der Oberstufe auf Anhieb ein Ia - Preis. Als Anerkennung konnte ein Pokal und ein Diplom mit Lorbeerkranz entgegengenommen werden. Am 10. Juli des selben Jahres fand im badischen Möhringen ein Musikfest statt, bei dem die Mannen wiederum in der Oberstufe antraten und eine Fantasie aus Lohengrin von R. Wagner zum Vortrag brachten. Die selbe Auszeichnung wie in Neuhausen o. E. machte sich auf den Weg zurück ins heimatliche Stetten. Das Jahr war musikalisch betrachtet sehr erfolgreich abgelaufen.

Auszeichnungen und Erfolge beflügelten und spornten zu weiterem üben an. So war es auch bei der Stettener Kapelle. Im Jahre 1928 beteiligte sie sich erneut an zwei Wertungsspielen. Das erste wurde beim direkten Nachbarn Nendingen abgehalten. Ausgewählt wurde nochmals ein Stück von P. Mascagni mit dem Titel " Vorspiel und Siciliana". Für diesen Vortrag in der Oberstufe erhielten die Musiker nochmals einen Ia - Preis, einen Pokal und ein Diplom mit Lorbeerkranz. Wenige Zeit später konnte dieser Erfolg bei einem Wertungsspiel in Tuttlingen wiederholt werden. Ein weiterer Pokal kam zu der mittlerweile bestehenden kleinen Sammlung hinzu.

Im folgenden Jahr 1929, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, unternahm die Kapelle für damalige Verhältnisse schon eine kleine Reise, um bei einem Wertungsspiel ihr Können unter Beweis zu stellen. Der Musikverein Schramberg feierte ein Musikfest. Zum Vortrag brachten die Stettener das Stück " Große Fantasie aus Samson und Dalila". Bei diesem Auftritt konnte ein Ib - Preis errungen werden; die Pokal- und Diplomsammlung erweiterte sich wie von selbst.

Misst man die Erfolge und Leistungen eines Blasorchesters rein an den Bewertungen von Wertungsspielen, so waren diese drei Jahr bis zum heutigen Datum, die Erfolgreichsten, seit es in Stetten eine Musikkapelle gibt. Das Orchester selbst bestand zwar "nur" aus 23 Männern, war also sehr klein, das Können allerdings, das war schon sehr groß.

1930 - 1945
Die nachfolgenden Jahre waren für die so erfolgsgewohnten Musiker nicht mehr so erfreulich. Auf der Höhe des Wirkens machten sich erste Anzeichen einer Krise bemerkbar. Weder im Jahre 1931 noch in den weiteren Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte man sich für eine Teilnahme an einem Wertungsspiel entscheiden.
Vereinsinterne Unregelmäßigkeiten ließen die Kameradschaft abbröckeln und so sank auch das Niveau des musikalischen Können. Mangelnder Probenbesuch und seltenes häusliches Üben ließen damals wie heute keine Höhenflüge zu.

Die Kriegsjahre hinterließen auch im Vereinsleben ihre Spuren, ja sie pr�gten es eigentlich immer mehr. Nach und nach wurden Musiker zur Wehrmacht eingezogen. Als dann im Jahre 1934 auch der Dirigent und der Vorsitzende einberufen worden waren, stellte man den Probenbetrieb ein.
Diese beiden und zwei weitere Musikanten sahen ihre Heimat nicht wieder. Sie wurden, wie Millionen andere, Opfer des 2. Weltkrieges und so verloren nicht nur vier Familien den Vater, sondern auch die Musikkapelle Stetten vier Musiker.
Hier ist sicherlich der Tiefstand des Vereins anzusiedeln und plötzlich waren Preise, Pokale und Diplome unwichtig und bedeutungslos geworden.


Der Wiederbeginn
1946 - 1949
Kaum ein Jahr war seit der Beendigung dieses leidvollen Krieges vergangen und schon machten sich die zurückgebliebenen und wieder heimgekehrten Musiker ans Werk. Ihre gemeinsame Basis, das Musizieren, war gefunden. Irgendwo war diese Basis eine Möglichkeit, die zurückliegenden, schrecklichen Jahre zu vergessen oder wenigstens etwas verdrängen zu können.
Die erste Probe nach dem Krieg fand im Jahre 1946 statt, aber noch durften die Männer nicht öffentlich auftreten. Erst im Jahre 1947 erlaubte das französische Militärgouvernement, in der öffentlichkeit aufzutreten. Kleinere weltliche und kirchliche Anlässe gestaltete die Kapelle mit.

Schnell vergingen die Monate und wurden zu Jahren des Wiederbeginns und erneuten musikalischen Aufstiegen.
Das Jahr 1949 warf seine Schatten voraus, man hegte die Absicht, das 25-jährige Jubiläum des Vereins gebührend zu feiern. Groß war natürlich die Freude, als man erfuhr, dass in Verbindung mit diesem Jubiläum auch gleichzeitig das 1. Kreismusikfest des Kreises Tuttlingen in Stetten abgehalten werden würde.

Nur Zeitzeugnisse in Wort und Bild können dieses für den kleinen, an Kesselbach und Donau liegenden Ort wiederspiegeln. Die ganze Einwohnerschaft erlebte es als ein überwältigendes Fest und noch heute erinnern sich Ältere Stettener gerne an diese Tage.


Die Höhen und Tiefen
1950 - 1963
Getragen von der Erinnerung an das 1. Kreismusikfest durchwanderte die Kapelle nun alle Höhen und Tiefen, die ein Verein ersteigen bzw. durchwandern kann und anscheinend auch muss.
Die 50er Jahre waren gekennzeichnet von einer Reihe von Wertungsspielen mit zum Teil beachtlichen Erfolgen, wenn man bedenkt, dass der Verein fast von vorne beginnen musste. Das badische Möhringen richtete das 2. Kreismusikfest aus. Die Teilnahme am Kritikspiel sollte eine neuerliche Bestandsaufnahme ergeben. Diese konnte sich sehen lassen, wie man aus der noch vorhandenen schriftlichen Kritik der Wertungsrichter entnehmen kann. Der Schlusskommentar "Der Dirigent hat das Stück sonst sehr gut aufgefasst uns sich als ein vorzüglicher Dynamiker erwiesen. Der gute Eindruck zu Beginn, hat uns in keiner Phase des weiteren Vortrags enttäuscht. Die Note sehr gut " liefert dafür den Beweis.

1952 folgte die nächste Teilnahme am Wertungsspiel. Die Stadtkapelle Fridingen hatte ein Musikfest durchgeführt und wie zwei Jahre zuvor, waren die Stettener Musiker mit ihrer Bewertung zufrieden. Ein zusätzlicher Pokal erweiterte die Sammlung aus den 20er Jahren.

Nach einigen Jahren der Zurückhaltung versuchte man sich im Jahre 1958 erneut. Die kleine Kapelle mit 10 Musikern und 8 Zöglingen meldete sich in der Unterstufe an und erspielte sich die Note "Vorzüglich". Auch von diesem Wertungsspiel liegt noch die Originalkritik vor!

Das Jahr 1959 sollte für lange Zeit das letzte Jahr sein, in dem sich die Musikkapelle Stetten einer Wertungsjury stellte. Sowohl in Mühlheim, als auch in Vilsingen bei Sigmaringen trat man mit dem Stück "Feodora" in der Mittelstufe an. Ein 2. Rang schien gewisse "Gewitterwolken" am Horizont aufziehen zu lassen.
Nach den neuerlichen Erfolgen und Bemühungen bei verschiedenen Wertungsspielen geriet die Blas- und Volksmusik in Stetten in eine weitere Krise. War für die erste der Krieg verantwortlich, so beschwörte diese zweite die persönlichen Schwächen der Musiker selbst herauf.
Noch 1957 hatte man sich der öffentlichkeit mit neuen Uniformen präsentiert.
Nach den unbefriedigenden Vorstellungen beim Wertungsspiel 1959 raffte man sich nochmals zusammen und gestaltete mit Rietheim zusammen ein Doppelkonzert.

Aber schon 1960 entluden sich die "Gewitterwolken". Die Kapelle stand scheinbar plötzlich am Scheideweg, es herrschte Uneinigkeit im musikalischen Bereich, die
persönliche Profilierung trat in den Vordergrund. Am Schluss dieses leidigen Prozesses stand eine Abstimmung, in der dem Dirigenten das Misstrauen ausgesprochen wurde.
Noch im selben Jahr wurde ein neuer Dirigent gefunden. Zusammen mit der Stadtkapelle Spaichingen veranstaltete man ein Doppelkonzert.

Auch 1961 trat die Kapelle im heimischen Schlüsselsaal mit einem Konzert an die öffentlichkeit. Es wurde versucht, an alte Traditionen anzuknüpfen und man meldete sich beim Kreismusikfest in Rietheim an. In der Unterstufe erspielten sich die verbliebenen Idealisten einen 2. Rang.

1962 geschah der große Einschnitt. Immer noch herrschte unterschwellig ein Krisenstimmung, trotz der Bemühungen auf dem musikalischen Sektor. Das Ende schien nahe, der Dirigent trat zurück und die Kapelle blieb ein Jahr ohne Leitung.


Der Neubeginn
1964 - 1976
Fast schon totgeglaubt, begann in Stetten einige wenige Idealisten damit, die Musikkapelle wieder auf die Beine zu bringen: Mit Hans Buschle fanden die verbliebenen Männer einen Dirigenten und mit Bürgermeister Ernst Lang einen neuen 1. Vorsitzenden. Sofort machte man sich daran, der eigentlichen Tätigkeit einer Musikkapelle, dem Musizieren, nachzukommen.

Schon ein Jahr nach diesem Neubeginn, im Jahre 1965, wird der Bevölkerung im Schlüsselsaal ein Konzert geboten. Ein Anlass dafür war auch das 40jährige Jubiläum der Kapelle. Der Besuch war recht stattlich und damit Ansporn, in Zukunft wieder intensiv zu proben und bei weltlichen, als auch bei kirchlichen Anlässen das
Gemeindeleben zu bereichern.

Zwei Jahre später, im April 1966 zeigte die Kapelle im Schlüsselsaal erneut ihr Können. Die deprimierende Besucherzahl war für den Bürgermeister und 1. Vorsitzenden, Grund genug, die Bedeutung dieses Vereins für die Gemeinde einzuklagen und die Mitbürger zu größerem Interesse an diesem aufzufordern.
Möglicherweise ist auch darauf zurückzuführen, dass im Dezember desselben Jahres 8 Jungmusikanten zur Kapelle stießen. Das Interesse an der Volksmusik schien wenigstens bei der Jüngeren Generation vorhanden zu sein. Drei Jahre des langsamen Heranwachsens standen dem Verein bevor. Leider verabschiedeten sich einige der "Neubeginner" aus dem Jahre 1964 auch wieder!

Ein neuer Einschnitt musste verkraftet werden. Im Jahre 1970 wechselte die Leitung der Kapelle erneut. Mit Hubert Waizenegger übernahm ein Mann aus den eigenen Reihen den Taktstock. Mit ihm wurde erstmals in der Geschichte des Vereins Mädchen als aktive Mitglieder aufgenommen. Damit zählte Stetten weit und breit zu den ersten Vereinen, die Frauen aktiv aufgenommen hatten. Dies ergab sowohl in der Anzahl der Aktiven, als auch im musikalischen Bereich einen Schub nach vorne. Kaum ein dörflicher Anlass ohne die Mitwirkung der Kapelle fand statt.

1971 traute man sich dann wieder einmal mit einem Konzert an die öffentlichkeit. Das Durchschnittsalter der Musiker betrug 20 Jahre; heute würde man von einem Jugendorchester sprechen. Auch drei bis vier Proben pro Woche waren den jungen Leuten nicht zu viel. Das Hauptaugenmerk wurde immer mehr auf die Jugendarbeit gelegt, so, dass sich die Kapelle nun ständig vergrößerte. Eine lange freundschaftliche Verbindung wurde mit den Musikkameraden aus Dürrn bei Pforzheim eingegangen, was zwangsläufig auch Feste in größerem Ausmaße zur Folge hatte. Bald wurde die Anschaffung neuer Uniformen ins Auge gefasst.

Das Jahr 1974 kam näher und damit das 50jährige Jubiläum des Vereins. In großem Stile wollte man das Fest feiern. Jeder war bis zum äußersten gefordert. Jetzt zeigte sich, dass der Verein auch auf die Bevölkerung setzen konnte. Nicht nur die Festfolge im Festzelt bei der Mühle, sondern auch der stattliche Festzug durch die Straßen belohnte die Anstrengungen. Die Handschrift des Dirigenten Hubert Waizenegger, der sich nicht nur aufs Dirigieren verstand, war deutlich zu lesen. Er hatte es zusammen mit dem Vorsitzenden, Bürgermeister Lang, verstanden, die jungen Leute zu begeistern und musikalisch wie auch gesellschaftlich einen riesigen Beitrag für die Gemeinde, aber auch für die einzelnen Mitglieder der Kapelle zu leisten.

Kaum waren diese Ereignisse vergangen, entwickelten sich neue Aktivitäten. Die Kapelle war durch neue Mitglieder ständig gewachsen, der Probenraum dadurch gezwungenermaßen zu klein geworden. Nach dem Wunsch nach neuen Uniformen wollte man auch ein neues Probelokal realisieren. Der gemeindeeigene Farrenstall stand leer und so war schnell ein Gebäude gefunden. Die Gemeinde überließ den MusikerInnen dieses Haus und die Planung konnte beginnen. Noch im Jahre 1975 fanden die ersten Proben in den neuen Räumen statt.


Die Zeit der Beständigkeit und des Wachstums
1976 - 1999
Das Jahr 1976 war geprägt von fundamentalem Schaffen und Üben. Die Bande zum Musikverein Dürrn wurden gefestigt und erneut begeisterten sich in diesem Jahr vier junge Menschen für unsere Volks- und Blasmusik. Mit großen Erwartungen traten sie der immer größer werdenden Musikerfamilie bei.
Was die Vorstandschaft anbelangt bahnte sich eine neue Epoche an. Nachdem Bürgermeister Ernst Lang über Jahre hinweg die Kapelle als Vorstand angeführt hatte, übergab er dieses Amt an den jungen engagierten Posaunisten Fritz Buschle. Dieser Wechsel hat sich bis zum heutigen Tag für den Jubelverein als der Glücksgriff schlechthin herausgestellt. Vom ersten Tag an war die Handschrift dieses volksnahen, demokratisch geprägten Musikers zu lesen, der den Gemeinschaftsgedanken und das Verwirklichen des freudigen und von friedlichem Geiste geprägten Musizierens als oberstes Ziel anstrebt.
Die erste bedeutende Handlung bestand darin, eine rechtskräftige und damit für alle verbindliche Satzung aufzustellen und zu verabschieden. Damit war die Grundlage gelegt, ohne Querelen und andere Nebeneffekte das Hauptaugenmerk auf das Musizieren zu legen.

Seine zweite Bewährungsprobe bestand er im Jahre 1978. Auch in der musikalischen Führung ergab sich ein Generationenwechsel. Hubert Waizenegger gab den Taktstock ab. In acht Jahren gründlicher Arbeit hatte er die Kapelle wieder hervorgebracht. Möglicherweise würde die Kapelle ohne sein Engagement gar nicht mehr existieren. Sein Nachfolger, Hans Leibinger, war einmal sein Schüler gewesen. Jetzt konnte er zeigen, was er außer dem Klarinettenspiel sonst noch für Fähigkeiten besaß. Mit viel Eifer ging er die Aufgabe an. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurde für Kinder ein Flötenkurs angeboten, der bei den Stettenern auf großes Echo stieß. So waren die ersten drei Jahre seines Schaffens ganz stark von der Jugendarbeit geprägt. Das Fundament des Vereins wurde vertieft, verbreitert und stabilisiert. Diese Maßnahme sollte sich ausbezahlen.

1982, zwischenzeitlich waren noch neue Uniformen angeschafft worden, trat die Kapelle nach Jahren der Enthaltsamkeit in der Festhalle Mühlheim wieder einmal konzertant an die öffentlichkeit. In der neuen Uniform präsentierte sich die Kapelle vor allem auch musikalisch von ihrer seit langem besten Seite.
Der Auftritt hatte die Musiker und ihren Dirigenten beflügelt, denn gleich im Jahr darauf wurde am selben Ort erneut ein Konzert gegeben. Die Fortschritte waren unverkennbar. Die Kapelle brauchte sich nicht mehr zu verstecken.

Auch das Jahr 1984 verdeutlicht die Handschrift von Vorstand und Dirigent. Das mittlerweile über die Kreisgrenze hinaus bekannte Kesselbachfest wächst über sich hinaus und damit ist die Basis für das Musizieren ohne Finanznöte geschaffen.
Nach Jahrzehnten der Abstinenz meldete man sich endlich wieder einmal zum Wertungsspiel an. Alte Traditionen sollten wieder ins Leben gerufen werden. In Fischingen spielte die Kapelle in der Unterstufe und erhielt für ihre Vorträge einen 1. Rang. Die Mühen des jungen Dirigenten waren nicht umsonst gewesen.
Wenig später, im August, blickte der Verein auf sein 60jähriges Bestehen zurück. Vier Tage lang wurde nahe der Kesselbachbrücke im großen Festzelt gefeiert. Mit treffenden Sprüchen wurden die Besucher zum Mitfeiern aufgefordert. Einer davon soll hier stellvertretend stehen:

Oh heiliger St. Nepomuk
S war wieder schee
An deinre Bruck
Mir danket Dir und ällne Leit,
fürs Komme und
dasses Feschter geit.

Das Jahr 1985 stand ganz im Zeichen von Bautätigkeiten. Der Probenraum im ehemaligen Farrenstall war zu klein geworden. Ins Auge gefasst wurde der Ausbau des Dachgeschosses. Mit Hubert Leibinger hatte die Kapelle einen Mann in den Reihen, der den notwendigen Sachverstand und die entsprechende Motivation mitbrachte, dieses Unternehmen zu leiten. Mann kann mit ruhigem Gewissen diesen Musiker als Glücksfall für den Verein bezeichnen.

Die folgenden Jahre waren parallel von Musik und Bauen geprägt. Wiederum eine Premiere war das Doppelkonzert, das man mit den Musikfreunden aus Buchheim durchführte. Das Kesselbachfest war nun schon ein "Renner" im Festzyklus des Oberen Donautals geworden und mit dem recht guten Erlös konnten die Musikkameraden ihre regen Bautätigkeiten fortsetzen.

1988, wiederum wurden "die Grenzen" gesprengt. Der Verein hatte sich unter der Leitung ihres Dirigenten Hans Leibinger und des Vorstandes Fritz Buschle zu einer Reise nach Prag aufgemacht, wo man sich bei einem Wertungsspiel der Jury stellte. In der Mittelstufe erspielten sich die MusikerInnen eine nicht erwartete gute Plazierung. Außer dieser erfreulichen Tatsache erlebten die Stettener unvergessliche Tage in der "Goldenen Stadt".
Auch innerhalb der Stadt vergrößerte sich die Anhängerschaft der Stettener Musikkapelle. In einem Konzert, das als Doppelkonzert mit der Musik-AG der Realschule Mühlheim veranstaltet wurde, konnte man weitere Freunde gewinnen und unter Beweis stellen, dass die MusikerInnen ein Teil der Bevölkerung sind und nicht über deren Köpfe schweben. Die Mitgestaltung des Jahreskreises einer Gemeinde bei erfreulichen und traurigen Anlässen - eine angestrebtes Ziel der Kapelle - gelang immer besser.

Im folgenden Jahr 1989 erfüllte sich für den Verein ein großer Wunsch. Zusammen mit anderen Vereinen hatte man sich für den Bau eines Gemeindezentrums stark gemacht. Im Herbst des selben Jahres wurde dieses eingeweiht und damit war für die Kapelle die Möglichkeit gegeben, in Stetten selbst konzertant aufzutreten.
Zusammen mit dem Kirchenchor wurde dieses Vorhaben sogleich in die Tat umgesetzt. Ein gemeinsames Weihnachtskonzert im schön geschmückten Saal erfreute viele Zuhörer.
Auch das neue Jahrzehnt wurde mit einem weitern Meilenstein begonnen. Endlich, nach fünfjähriger Bauzeit konnte der neue Probenraum eingeweiht werden.
Nun galt es für den Verein nach dem Wachstum in der Anzahl und im musikalischen Können dieses weiter zu festigen und auszubauen. Hans Leibinger hatte als Dirigent für die Stettener Musik sehr gute Arbeit geleistet. Schade für den Verein war es deshalb, dass er nicht auch in Stetten wohnhaft war. Das Anwachsen seiner Familie und zusätzliche berufliche Belastungen waren so zeitraubend, dass er die Kapelle aufforderte, sich für die nähere Zukunft nach einem neuen Leiter umzusehen. Wenn eine geeignete Person gefunden sei, würde er das Amt abgeben wollen. Ein Zufall wollte es, dass der Mühlheimer Bernhard Grieble aus beruflichen Gründen wieder in seine Heimat zurück gekommen war. Recht schnell war sich die Kapelle mit ihm einig, dass er der "Neue" sein sollte und so war schneller als erhofft bzw. geglaubt ein Nachfolger gefunden. Das Abschiedskonzert für Hans Leibinger war für diesen sicherlich nochmals ein großer musikalischer Erfolg. Innerhalb dieses Konzertes Übergab er den Taktstock an Bernhard Grieble, der am selben Abend sein Können souverän bewies.

Das Jahr 1992 war dann wiederum von musikalischen, wie auch außermusikalischen Aktivitäten geprägt. Ein anonymer Spender hatte die Musikkameraden gebeten auf dem "Stettener Hausberg Rigi" ein Kreuz aufzustellen. Die Aktion war in mancherlei Hinsicht mit Turbulenzen verbunden. Ähnliches spielte sich auf einer 4tägigen Reise in und um Wien ab. Auf vielerlei Weise waren die Tage zum unvergesslichen Ereignis geworden. Die alljährliche Herausforderung, die das Kesselbachfest an die MusikerInnen stellt, wurde genauso gemeistert, wie man das Jahr mit einem besinnlichen Adventskonzert musikalisch positiv abschloss.

Ähnlich verhielt es sich im Jahr 1993. Die Kapelle war in die Schlagzeilen geraten. Das Kesselbachfest war verschoben worden:

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DAS GANZE HALT
ES IST ZU KALT

KESSELBACHFEST
EINE WOCHE
SPÄTER

2.7. - 5.7. 1993

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Für manche stellte dies eine Unverfrorenheit dar, für den Verein ein Akt der sachlichen Logik. Eine Woche später klappte alles vorzüglich: Das Wetter war wieder "festlich" wie so oft. Das Konzert, erneut im Advent, fand dieses Mal in der Pfarrkirche statt und stellte somit ein Novum dar. Es hatte allen gut getan, den MusikerInnen in der musikalischen Verfeinerung und den Zuhörern in ihrem Seelenleben.

Das nächste Kalenderjahr brachte einen kleinen Rückschlag hervor. Beim Landesmusikfest in Wangen war die Benotung des Wertungsspiels nicht so, wie sie erhofft worden war. Dies war Anlass genug, sich intensiver mit der eigentlichen Aufgabe einer Musikkapelle, dem Musizieren zu beschäftigen. Hatte das Frühjahreskonzert als Vorbereitung für dieses Wertungsspiel gedient, so wollte man sich durch das Herbstkonzert neu motivieren, was letztlich auch gelang.

(bis hier: Auszüge aus der Festschrift anlässlich des Kreismusikfestes 1999)

Das Wechselspiel von Musizieren und gelebter Kameradschaft durch gesellige Veranstaltungen bestimmten dann die letzten Jahre des Vereins bis zum Kreismusikfest 1999. Mit dem 28. Kreismusikfest, das 1999 zum 2. Mal nach 1949 wieder in Stetten stattfand, feierte die Musikkapelle sein 75jähriges Bestehen.
Schon Jahre im Voraus wurde alles für dieses große Event vorbereitet und geplant. Man wollte traditionsgemäß ans 1. Kreismusikfest 1949 anknüpfen und so wurden, wie damals, große Torbogen aus Tannenreis geflochten. Sogar ein Zug sollte anlässlich dieses Festes in Stetten halten.
Und so wurden vier Tage lang in Stetten bei der Mühle, wo das Festzelt stand, gefeiert. Das Kreismusikfest, das die Kapelle anstelle des Kesselbachfestes feierte, war ein großer Erfolg geworden, auch, wenn man es anfangs kaum geglaubt hatte, denn wegen starken Regengüssen und nassen Wiesen, konnte man z.B. dass Zelt nicht ganz planmäßig aufstellen. Aber es hat doch noch alles ganz gut geklappt und dann am Sonntag beim Festzug lachte die Sonne die ganze Zeit am Himmel.
Die Kapelle feierte ihr 75jähriges Jubiläum nicht nur mit dem Kreismusikfest, sondern erfüllte sich auch noch einen lang gehegten Wunsch mit der Anschaffung einer Vereinsfahne, die am 10. Juli 1999 in der St. Nikolaus Kirche von Pfarrer Anton Merkt geweiht wurde.

Das Jahr 2000 steht für einen großen Schritt in der Jugendarbeit der Kapelle und natürlich vor allem dem Dirigenten Bernhard Grieble. 11 Jungmusikanten konnten für den Verein und das Musizieren begeistert werden. Mit der Gründung des MAZ (Musikausbildungszentrum Donau/Heuberg), ein Zusammenschluss mehrer Kapellen, die ihre Jungmusikanten von den Musiklehrern des MAZ ausbilden lassen, wird es in Zukunft leichter sein, Jungmusikanten besser heranziehen zu knnen, indem man ihnen eine gute Ausbildung ermöglicht. Mit den Jungmusikanten wurde seit langem wieder einmal den Versuch gewagt, eine Jugendkapelle auf die Beine zu stellen. Was auch gelang. Noch im September des Jahres, gönnte sich die Musikkapelle nach langem einen zweitägigen Ausflug, der in diesem Jahr die Fränkische Schweiz führte. Das Ziel war die "Lebkuchen - Stadt" Nürnberg, in der man auch sogleich eine Stadtführung durchnahm, um Nürnberg auf sich wirken zu lassen.
Das Jahr 2000 wurde mit einem Adventskonzert abgerundet, das wir zusammen mit dem Schulchor 5/6 der Realschule Mühlheim gestalteten.

Wie 2000 schon angekündigt, wurde 2001 das "Schlachthäusle" am Kesselbach abgerissen. Während des Kesselbachfests war es uns stets auf Grund der Festnähe eine willkommene Räumlichkeit gewesen, Essen vor- und zuzubereiten. Aber man fand recht schnell eine ebenfalls sehr gute Alternative. Das Kesselbachfest war trotz des verregneten Samstags "[..] ein Hit", wie es in den Zeitungen zu lesen war. Unser alljährliches Konzert gestalteten wir zusammen mit dem Kirchenchor.

Wie in jedem Jahr so kamen auch im Jahr 2002 die musikalischen Auftritte nicht zu kurz; auch das Kesselbachfest war trotz des durchwachsenen Wetters mal wieder rekordverdächtig. Unser Ausflug in diesem Jahr führte uns nach 13 Jahren wieder auf die Ostlerhütte nach Pfronten im Allgäu.
Die musikalische Abrundung des Jahres 2002 fand durch das Jahresabschlusskonzert statt, das unter dem Motto "Musikkapelle Stetten 1977-2002 Geschichte und Geschichten" stand. Fritz Buschle, der das Amt des ersten Vorsitzenden bis 2002 26 Jahre lang ausführte, wurde zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. Der Wechsel der Vorstandschaft, fand schon zu Beginn des Jahres statt. Neuer erster Vorsitzender der Musikkapelle Stetten ist nun Roland Buschle.

Das Kesselbachfest 2003 war wie immer ein voller Erfolg, aber dieses Jahr ein ganz besonderer. Deutliche wurde dieser durch die neuen Uniformwesten, die sich die Musikkapelle noch im gleichen Jahr leistete. Diese wurden auch gleich beim Adventskonzert einweihte. Bei diesem Adventskonzert, das wir zusammen mit der Laienspielbühne Mühlheim gestalteten, präsentierte sich die Musikkapelle nicht nur in neuer Robe, sondern auch musikalisch von einer neuen Seite. Die neuen, jedoch immer noch roten, wenn auch dunkel roten Uniformwesten waren Spiegelbild für den musikalischen Teil des Abends, bei dem sich die Kapelle mit neuen und doch etwas älteren Stücken präsentierte.

Im Jahr 2004 wurden wir durch ein paar neue Jungmusiker, die zu unserer Kapelle stießen, verstärkt. Das erste Highlight in diesem Jahr war das Konzert, dass wir gemeinsam mit dem Männergesang- verein „Harmonie“ Mühlheim im Mai veranstaltet haben. Dann hatten wir in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: 80 Jahre Musikkapelle Stetten und 25 Jahre Kesselbachfest. Aus diesem Grund dauerte das Kesselbachfest in diesem Jahr einen Tag länger. Wir begannen schon am Donnerstag, wobei wir Preise wie vor 25 Jahren anboten. In diesem Jahr startete unser Flötenkurs für Kinder, um sie an die Musik heranzuführen. Das Adventskonzert gestalteten wir zusammen mit dem Musikverein Egesheim.

Das Jahr 2005 war das Jahr der Hochzeiten. Zuerst heirateten am 23.04.05 Jürgen Huber und Andrea Weidemann. Dann heirateten am 02.07.05 Franz Waizenegger und Melanie Giese. Als letztes heirateten in diesem Jahr am 10.09.05 Rolf Andrasi und Nicole Damaschke. Auch das Kesselbachfest war ein voller Erfolg, wobei wir die aus Rundfunk und Fernsehen bekannte Froschenkapelle zu Gast hatten. Unser Musikausflug, der von der Brauerei Fürstenberg gesponsert wurde, führte uns durch das Ludwigsburger Schloss über das Daimler Benz Museum in Stuttgart auf den Canstatter Wasen ins Fürstenbergzelt. In diesem Jahr veranstalteten wir erstmals ein Helferfest für alle hilfsbereiten, freiwilligen Helfer am Kesselbachfest. Beim Abschlusskonzert in diesem Jahr gestalteten wir das Programm alleine, wobei ein Highlight der Auftritt unserer Flötenkinder war. An Dreikönig waren wir in Egesheim zu Gast und haben uns dort mit einem musikalischen Beitrag am Konzert beteiligt.

Das Jahr 2006 begannen wird am 6. Januar mit unserem Beitrag am Dreikönigskonzert in Egesheim. Das nächste Highlight bildete im März die Wahl unseres Ehrenvorsitzenden Fritz Buschle zum MdL (Mitglied des Landtags), dem zu Ehren wir um 6.00 Uhr morgens ein Ständchen spielten. Im Juni feierte unser Musikerkollege Manuel Waizenegger mit Kristine Wolf Hochzeit. Traditionsgemäß fand im Juli unser Kesselbachfest statt, das wir in diesem Jahr mit einer Bühnenüberdachung und neuen Musik-T-Shirts, gesponsert von Fürstenberg, begingen. Jugendausflugsziel war im August der Kletterpark in Sigmaringen, während der Jahresausflug uns in diesem Jahr an den Vierwaldstätter See führte. Der Oktober war von zwei Festen geprägt, das zum einen der 50. Geburtstag von Hubert Leibinger darstellte, sowie das nun zum zweiten Mal stattfindende Helferfest. Im November gestalteten wir das Herbstkonzert in Nendingen mit, deren Gegenbesuch gleich im Dezember auf unserem Adventskonzert stattfand. Im Rahmen unseres Konzertes wurden drei neue Ehrenmitglieder ernannt: Edgar Moser, Bernhard Buschle und Josef Buschle.

Auch im Jahr 2007 war es uns vergönnt, den schönsten Tag im Leben zweier unserer Musikkameraden mitzugestalten und mitzufeiern: Armin und Jasmin Buschle sowie Jens und Manuela Höpfl. Ebenso gab es zwei runde Geburtstage zu feiern: den 60. unseres Ehrenmitgliedes Josef Müller und im Herbst den 70. Geburtstages unseres weiteren Ehrenmitgliedes Gottlieb Amann.
Natürlich fand auch dieses mal wieder unser allseits bekanntes Kesselbachfest statt, dass, wie nicht anders zu erwarten, ein voller Erfolg wurde. Unser Jahresausflug beinhaltete in diesem Jahr mehrere verschiedene Stationen: Zunächst besuchten wir das Ritter Sport - Museum in Waldbuch. Anschließend dann das Urweltmuseum Hauff in Holzmaden. Den Abschluss bildete die Burg Teck, auf der wir ein Rittermahl im Stile des 15./16. Jahrhunderts genießen konnten.
Unser Adventskonzert und der Gegenbesuch am Tage zuvor, fand im Rahmen eines Doppelkonzertes mit dem Musikverein Balgheim statt. Den Taktstock führten neben Bernhard Grieble unsere Jungdirigentinnen Lisa und Carmen Locher.
Schließlich fanden gegen Ende des Jahres unser Jugendausflug in die Schwenninger Eiskunsthalle, sowie eine Gold- und Silbernadelwanderung statt.

Das Jahr 2008 fing bereits mit einem Wechsel des zweiten Vorsitzenden an: Im Gasthaus Lamm wurde als neuer zweiter Vorsitzender Ralf Buschle gewählt. In diesem Monat fand ebenfalls auch auf Verbandsebene ein Vorstandschaftswechsel statt: So wurden in den Vorstand der Bläserjugend Rottweil/Tuttlingen Carmen und Lisa Locher als Beisitzer für den Landkreis Tuttlingen gewählt. 2008 war ein besonderes Jubiläumsjahr für zwei Mühlheimer Vereine: So feierte anfangs des Jahres die Narrenzunft Mühlheim mit einem kleinen Narrentreffen ihr 100jähriges Jubiläum und im August der Schützenverein sein 50jähriges Bestehen mit einem Kreisschützentreffen. Bei beiden Jubiläen wirkten wir natürlich tatkräftig mit. Noch vor dem Kesselbachfest, bei dem uns Petrus dieses Jahr nicht all zu wohlgesonnen war, stellten wir in alter Tradition unserem Vereinskameraden Andreas Lang nach erfolgreicher Prüfung einen Meisterbaum auf. Unser diesjähriger zweitägiger Ausflug führte uns in den Raum Ravensburg. Auf ihn folgte dann Ende November als Höhepunkt des Jahres das Gemeinschaftskonzert mit dem Kirchenchor, was für uns in vielerlei Hinsicht eine neue Erfahrung war. Am ersten Weihnachtsfeiertag spielten wir zum ersten Mal in Form einer kleinen Delegation im Altenheim St. Antonius in Mühlheim Weihnachtslieder. Runde Geburtstage gab es dieses Jahr drei an der Zahl: So feierte unser Dirigent Bernhard Grieble seinen 50. Geburtstag, Hubert Waizenegger und Josef Waizenegger ihren 70. Geburtstag.

Das erste Highlight im Jahre 2009 war natürlich unser allseits bekanntes Kesselbachfest in dessen Rahmen die Gründung und Vorstellung unserer "Wildentle" sowie ihre Instrumentenübergabe stattfand, womit unsere Auszubildendenzahl auf 13 anstieg . Im September führte uns unser Ausflug in den Landtag nach Stuttgart, wo wir unseren Ehrenvorstand und MdL Fritz Buschle besuchten. Das in diesem Jahr stattfindende Konzert wies eine Besonderheit auf: Es wurde in Gestalt eines Wunschkonzertes musiziert, in dessen Rahmen die Stettener Bürger die Titel im Voraus wählen durften. Gegen Ende des Konzertes wurde ein Preis an denjenigen verlost, der die meisten richtigen Tipps hatte; dies war Helmut Buschle. Vor dem am Abend stattfinden Konzert wurden neue Bilder der Kapelle angefertigt. Bei den in diesem Jahr zu verzeichnenden Hochzeiten sind die von Nora Buschle mit unserem Bürgermeister Jörg Kaltenbach, Rainer Buschle mit Corinna sowie Robert Bölle mit Nadine zu nennen.

Das erste zu bewerkstelligende Großprojekt 2010 war die Organisation des Ostertanzes zusammen mit der Landjugend und den Musikfreunden – eine Besonderheit deshalb, weil dies in der Vergangenheit lange Zeit nicht mehr mit Musik-Beteiligung erfolgte. Im Juli folgte dann natürlich unser allseits berühmt-berüchtigtes Kesselbachfest, das dieses Jahr bei fast schon tropischen Temperaturen stattfand. Tatkräftige Unterstützung erhielten wir auch von unseren "Wildentle". Unser Musikausflug führte uns dieses Jahr in den Schweizer Raum: In die Aaresschlucht und zum Jungfraujoch. Auf der Rückfahrt hatten wir zwar mit einem wasserverlierenden Bus zu kämpfen, sind aber dennoch alle heil heimgekommen. Nach der Verabschiedung von Herrn Pfarrer Anton Merkt, durften wir dieses Jahr gleich zwei neue Pfarrer in der Seelsorgeeinheit musikalisch begrüßen. Unser Jahreskonzert wies auch dieses Jahr wieder eine Besonderheit auf: Es fand in der Form eines Kirchenkonzertes statt, welches auf die besinnliche Adventszeit einstimmen sollte. In diesem Jahr konnten wir neben der Aufnahme weiterer zwei "Wildentle" sogar zwei Anfängerflötenkurse starten. Neben dem 60. Geburtstag unseres langjährigen Musikkameraden Werner Flaig, durften wir uns auch über die Hochzeit von unserem Schlagzeuger Erik Graf mit seiner Anne-Kathrin, Ralf Buschle und Silke sowie Andrea Buschle mit Marc, dem Vorstands des Vereins der Musikfreunde, freuen.

Auch im Jahr 2011 maschierten wir mit großen Schritten in der Jugendarbeit voran. So bestand Marina Müller den D1-Lehrgang auf der Querflöte und im Rahmen des Festaktes zum 20-jährigen Jubiläum der Musikfreunde Stetten e. V. absolvierten unsere „Wildentle“ mit Bravour ihren ersten Auftritt. Das Kesselbachfest stand in diesem Jahr besonders hoch in der Gunst der Besucher, die sich auch von kurzen Regenschauern nicht abhalten ließen! Unser Jahresausflug führte uns dieses Jahr zur Viehscheid nach Obermaiselstein und beim Jugendausflug wurde beim Bowlen mächtig „gestrikt“. Im Rahmen unseres Jahreskonzertes, bei dem wir unsere Gäste vom MGV Liederkranz Nendingen begrüßen durften, bot sich unserer Jugendkapelle erneut eine Bühne. Unser Konzertprogramm stand unter dem Motto „20 Jahre Bernhard Grieble“, unter dessen Taktstock wir seit dieser Zeit musizieren. Im Oktober begleiteten wir schweren Herzens unser geschätztes Ehrenmitglied Peter Weiß auf seinem letzten Weg.